Portrait
Die Stiftung wurde zum 200. Todestag Immanuel Kants im Februar 2004 gegründet. Neben dem Stifter als Vorstand gibt es einen siebenköpfigen Stiftungsrat, der ehrenamtlich ca. siebenmal im Jahr tagt. Die Arbeit der Stiftung wird aus den Erträgen des Gründungskapitals in Höhe von 390 000 € und aus Spenden finanziert.
Sapere aude! ("Wage es zu wissen, klug bzw. weise zu handeln!")
Dieser von der Aufklärung eingeforderte Mut jedes einzelnen, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, bedarf nach Kant der Verstärkung durch ein emanzipatorisch gestimmtes Publikum ("Was ist Aufklärung?"), also demokratisch-organisierter, unabhängiger, kritisch-aufklärender Öffentlichkeits- bzw. Medienarbeit. Kants "Kritik der reinen Vernunft" klärte uns über die Möglichkeiten und Grenzen menschlicher Erkenntnis auf. Daraus ergeben sich logisch notwendige Konsequenzen für die Freiheit des einzelnen und für die Organisation eines rechtsstaatlichen und friedlichen Zusammenlebens aller Menschen als Individuen und soziale Gemeinschaften bzw. Staaten ("Zum ewigen Frieden"). In Bezug auf das gemeinsame europäische Erbe kann das Werk Kants als ein wichtiger Kristallisationspunkt gewertet werden, der zugleich ein weltbürgerfähiges Vermächtnis der europäischen Aufklärung darstellt.Hauptzweck der Stiftung ist die Förderung mutiger und unabhängiger, kritisch-aufklärender Öffentlichkeitsarbeit und Erziehung zum Schutz von Frieden, Demokratie und Umwelt und die Förderung der Einhaltung demokratisch-rechtsstaatlicher Prinzipien in der nationalen und internationalen Politik.
Die Zielsetzung findet ihren wichtigsten Ausdruck in der zwei- bis dreijährigen Verleihung des Kant-Weltbürger-Preises an Persönlichkeiten, die sich im Sinne Kants um die Umsetzung universaler politisch-ethischer Prinzipien verdient gemacht haben. Dabei geht es auch um die Zukunftsfähigkeit unseres europäischen Erbes, um eine Wertegemeinschaft und politische Kultur, die sich aus positiven, aber auch leidvollen Erfahrungen speist.
Den mit 15 000 € dotierten Kant-Weltbürger-Preis erhielten 2004 Gianfranco Mascia (Ravenna) und Andreas Zumach (Genf) für ihre mutige Öffentlichkeitsarbeit zugunsten von Demokratie und Frieden und 2006 der ehemalige britische Umweltminister Micheal Meacher (London) und die renommierte deutsche Umweltschützerin Christine von Weizsäcker für ihren vorbildlichen Einsatz zugunsten von Biodiversität und Ernährungssouveränität.
Neben der Ausrichtung und der publizistischen Vor- und Nachbereitung der Verleihung des Kant-Weltbürger-Preises veranstaltet die Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Studium generale der Universität Freiburg Vorträge unter dem Motto "Aufklärung durch Kontroverse" und fördert eine unabhängige, sachbezogene Pressearbeit.